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Wurzeln des Marktes

In Rohrbach gab es sicher schon um das Jahr 1000 Raststationen und Werkstätten für Fuhrwerke. Aber erst etwa um 1200 legten die Urbürger den Ort planvoll und funktionstüchtig an. Der Markt Rohrbach hatte 44 Burgrechte. Als Bürger galt, wer ein mit dem Bürgerrecht ausgestattetes Haus besaß und es bewohnte. Bedingt durch die Größe der Grundstücke war für die Bürger die Landwirtschaft nur begrenzt ausbaufähig. Daher sollten Handel und Handwerk den Wohlstand bringen. Doch dafür brauchten die freien Bürger vor allem das Marktprivileg.

1320 wurde Rohrbach erstmals als Markt bezeichnet. Die erste Urkunde der Verleihung des Marktrechtes verbrannte in den Hussitenkriegen (Anfang 15. Jhdt.). Herzog Albrecht erneuerte aber 1459 den Rohrbachern zwei Marktrechte:

1. Sie durften fortan zwei Jahrmärkte (heute noch bestehende "Kiata") abhalten, die allerdings die Entwicklung des Marktes nur wenig beeinflussten.

2. Der Wochenmarkt an jedem Montag wurde jedoch zum wirtschaftlichen Zentralereignis des oberen Mühlviertels. Er entwickelte sich bald ausschließlich zu einem Viehmarkt, bei dem wöchentlich zwischen 300 und 1200 Stück Vieh auf dem Marktplatz aufgetrieben wurde.

An Bedeutung verlor der Rohrbacher Viehmarkt erst im 1. Weltkrieg, und spätere Wiederbelebungsversuche scheiterten.

Die Haupthandelswaren wechselten im Laufe der Zeit. Der Salzhandel verlor im 17. Jhdt. an Bedeutung und auch der internationale Handel mit Ochsen kam in dieser Zeit mehr und mehr zum Erliegen. Ersatz dafür bot bis in das frühe 19. Jhdt. der Leinenhandel.


Geschäftsbeziehungen nach Deutschland, Italien und Siebenbürgen brachten weiteres Wachstum für den Markt. Danach folgte der Aufschwung der Ledererzeugung. 1852 beschäftigte Josef Poeschl in seiner "k.k. Landesbefugten Lederfabrik in Rohrbach" bereits etwa 400 Leute. Außerdem wurde der Markt um die Mitte des 19. Jhdts. auch zu einem Zentrum des Hopfenanbaus und Hopfenhandels.

Neben dem Fernhandel bot natürlich die Nahversorgung eine weitere Geschäftsbasis. Bäcker, Gastwirte, Fleischer, Schuhmacher, Hufschmiede, Schneider, Maurer,.... machten Rohrbach zu einem gewerbsamen Ort.